In eigener Sache: ai-conductor bündelt deine MCP-Server

Unser neues Open-Source-Tool ai-conductor ist ein lokaler MCP-Proxy: einmal in Claude einbinden, dann Server zur Laufzeit dazuschalten, ohne Neustart.

3 Min. Lesezeit

Transparenz vorweg: ai-conductor ist ein eigenes Projekt. Es stammt aus derselben Werkstatt wie KIberblick (pc-software-org), gebaut von Patrick Cornelißen. Wir schreiben hier also über unser eigenes Werkzeug. Genau deshalb halten wir uns mit Lob zurück und sagen auch, was es noch nicht kann.

Das Problem

Wer mit MCP arbeitet, kennt das Gefummel. Jeder Model-Context-Protocol-Server will einzeln in die Client-Konfiguration eingetragen werden, und jede Änderung an dieser Liste zwingt den Client zum Neustart. Mal eben einen Server ausprobieren, wieder rauswerfen, einen anderen dazunehmen: jedes Mal Konfig öffnen, JSON anfassen, Claude neu starten.

Was ai-conductor macht

ai-conductor schiebt sich als Proxy zwischen den Client und die eigentlichen MCP-Server. Du registrierst einmalig den Conductor in Claude Desktop oder Claude Code, danach verwaltest du alle Downstream-Server über ihn, im Gespräch und zur Laufzeit. Neue Server dazu, alte weg, ohne Neustart. Die neuen Tools tauchen sofort auf, weil der Conductor dem Client per listChanged Bescheid gibt.

Ein paar Details, die den Alltag angenehmer machen:

  • Downstream-Server lassen sich per stdio, Streamable HTTP oder SSE anbinden.
  • Namespacing (serverId__toolname) sorgt dafür, dass sich gleichnamige Tools verschiedener Server nicht in die Quere kommen.
  • Lazy-Connections: beim Start verbindet sich nichts, ein Server geht erst beim ersten Aufruf online und nach einer Weile Leerlauf wieder offline. Die Tool-Liste kommt so lange aus einem Cache.
  • Zugangsdaten landen im OS-Keychain (macOS Keychain, Windows Credential Manager, Linux Secret Service), nicht im Klartext in einer Konfigdatei und nicht im Chat.

Ausprobieren

Mit der Claude-Code-CLI ist es ein Einzeiler:

claude mcp add conductor -s user -- npx -y mcp-proxy-conductor

Voraussetzung ist Node.js ab Version 20, die Lizenz ist MIT. Danach legst du Downstream-Server über die eingebauten Meta-Tools an (add_server, remove_server, list_servers), direkt im Chat mit dem Agenten.

Ehrlicher Stand

ai-conductor ist frisch (npm-Version 0.2.0) und auf den lokalen Einzelplatz ausgelegt. Ein paar Grenzen, die wir nicht verschweigen: Stürzt ein Downstream-Server ab, gibt es noch keinen automatischen Reconnect, er kommt erst beim nächsten Aufruf zurück. Die Änderungsbenachrichtigungen sind grob, bei jeder Änderung wird dem Client alles als geändert gemeldet. Multi-Tenant-Betrieb und ein Registry-Lookup stehen auf der Liste, sind aber noch nicht gebaut.

Wer erst einmal wissen will, was MCP überhaupt ist und wofür sich der Aufwand lohnt, findet das in unserem Grundlagen-Artikel zum Model Context Protocol. Und wer den Conductor ausprobiert und Rückmeldung hat: Das Repo liegt offen auf GitHub.

Quellen2