ChatGPT gratis: unbegrenzte Textchats

OpenAI hebt das Chatlimit für Gratisnutzer auf und macht GPT-5.6 Luna zum Standard. Was das im Arbeitsalltag taugt und was beim Datenschutz bleibt.

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OpenAI hat am 06.08.2026 den Gratistarif von ChatGPT deutlich aufgewertet. Für Teams, die bisher argumentiert haben, ohne Bezahlabo gehe im Arbeitsalltag nichts, verschiebt sich die Rechnung. Für die Datenschutzfrage ändert sich dagegen nichts, und das ist der Teil, der in den meisten Meldungen fehlt.

Was sich ändert

VorherJetzt
Standardmodell Free und GoGPT-5.5 InstantGPT-5.6 Luna
Textchats Freebegrenzt, danach Herunterstufen auf ein kleineres Modellunbegrenzt
Mehr Rechenzeit für schwere Fragennicht verfügbarneuer "Think"-Knopf
Plus und ProGPT-5.6 SolGPT-5.6 Sol überarbeitet, dazu ein Schieberegler für die Denktiefe

Der Rollout ist gestaffelt. Luna wird laut OpenAI in der Woche der Ankündigung zum Standard für Free und Go, die unbegrenzten Textchats und der Think-Knopf folgen in der Woche darauf. Plus und Pro haben den überarbeiteten Sol samt Regler seit dem 06.08.

Drei Einschränkungen stehen ausdrücklich im Ankündigungstext, und sie sind wichtiger als die Überschrift:

  • Unbegrenzt gilt nur für reine Textchats. Für Datei-Uploads, Bilder und andere Werkzeuge bleiben die bisherigen Limits bestehen.
  • Es gilt unter dem Vorbehalt von Missbrauchsschutz. OpenAI schreibt "subject to abuse guardrails", ohne zu präzisieren, wo die Grenze liegt.
  • Work und Codex sind nicht betroffen. Die Sol-Version, die dort läuft, bleibt unverändert. Der überarbeitete Sol ist ausdrücklich auf die Chat-Nutzung optimiert.

Zur Größenordnung nennt OpenAI eine Milliarde Menschen, die ChatGPT wöchentlich nutzen. heise stellt dem Googles Gemini mit 950 Millionen monatlich aktiven Nutzern gegenüber, was ein anderer Messzeitraum ist und deshalb nur grob vergleichbar.

Die Zahl, die Aufmerksamkeit verdient

OpenAI nennt eine interne Auswertung zu Faktentreue: Bei Aufgaben aus den Bereichen Finanzen, Medizin und Recht, die konkrete Fakten verlangten, enthielten Antworten rund 62 Prozent seltener mindestens einen Faktenfehler als bei GPT-5.5 Instant. Bei Sol waren es 68 Prozent.

Das klingt gut und ist trotzdem mit Vorsicht zu lesen. Es ist eine interne Messung ohne veröffentlichte Methodik, der Vergleichsmaßstab ist das alte Gratismodell, und "seltener mindestens ein Fehler" sagt nichts darüber, wie schwer die verbleibenden Fehler wiegen. Als Richtung brauchbar, als Beleg für die eigene Freigabeentscheidung nicht.

Was das praktisch heißt

Für viele Aufgaben, die im Alltag anfallen, reicht der Gratistarif jetzt tatsächlich: Formulierungen überarbeiten, längere Texte zusammenfassen, eine Fehlermeldung einordnen, ein Konzept durchsprechen. Alles, was reiner Text ist, läuft ohne Limit. Wer bisher ein Abo hatte, weil er nach zwanzig Nachrichten auf ein schwächeres Modell zurückfiel, hat diesen Grund nicht mehr.

Die Grenze verläuft jetzt woanders, nämlich bei allem, was nicht reiner Text ist. Wer regelmäßig Dokumente hochlädt, mit Bildern arbeitet oder Werkzeuge einbindet, landet weiterhin schnell an den Limits. Und für alles, was mit Code zu tun hat, ändert sich nichts, weil Codex ausgenommen ist.

Der Haken, der bleibt

Gratis heißt bei OpenAI unverändert, dass die eigenen Eingaben standardmäßig ins Modelltraining fließen können. Das gilt für Free, Go, Plus und Pro gleichermaßen: Der Schalter steht auf an, und man muss ihn selbst umlegen, unter Einstellungen bei den Datenkontrollen. Das Abschalten wirkt nur für künftige Unterhaltungen. Was vorher geschickt wurde, ist schon durch.

Für die Arbeit heißt das die immer gleiche, langweilige Regel: Kundendaten, Personendaten, interne Dokumente und Zugangsdaten gehören nicht in einen persönlichen Account, egal wie großzügig das Limit geworden ist. Für den beruflichen Einsatz führt der Weg weiterhin über die Business- oder Enterprise-Angebote, bei denen die Trainingsnutzung vertraglich anders geregelt ist, oder über ein selbst betriebenes Modell.

Genau das ist die Nebenwirkung, die diese Ankündigung im Betrieb erzeugt: Ein besserer Gratistarif senkt die Hürde, ihn auch für Dinge zu nutzen, für die er nicht gedacht ist. Wenn im Team ohnehin gerade darüber gesprochen wird, ist das ein guter Moment, die Regel noch einmal auszusprechen, statt sie vorauszusetzen.

Quellen3