Souvranus: unsere Schwesterseite ist online

Unsere zweite Seite dreht sich um digitale Souveränität im EU-Kontext. Warum das ein eigenes Projekt geworden ist und was dort für dich drinsteht.

5 Min. Lesezeit

Wir haben eine zweite Seite: Souvranus, gleiche Redaktion, anderes Thema. Es geht um digitale Souveränität im europäischen Kontext.

Warum eine eigene Seite

Die kurze Antwort: weil es ein anderes Thema ist und eine andere Zielgruppe hat.

KIberblick schreibt für Leute, die in IT-Projekten arbeiten und KI praktisch einsetzen wollen. Souvranus schreibt für alle, die wissen wollen, wo ihre Daten liegen, wer den Dienst betreibt und welche europäischen Alternativen es gibt. Das überschneidet sich, aber es deckt sich nicht. Eine Anleitung, wie man von Gmail zu einem europäischen Anbieter umzieht, hat auf einer KI-Seite nichts verloren, und ein Prompt-Vergleich gehört nicht neben einen Gesetzestext.

Die beiden Seiten verlinken sich gegenseitig, wo es passt. Sonst laufen sie getrennt.

Was dort für dich drinsteht

Drei Sachen sind auch für unser Arbeitsfeld relevant, und zwar unabhängig davon, ob dich Souveränität als Thema interessiert:

Der AI Act. Dass er am 2. August 2026 voll greift, liest man vielerorts, und es stimmt nicht mehr. Der AI Act, Stufe für Stufe: was ab August wirklich gilt sortiert, was tatsächlich in Kraft ist und was verschoben wurde.

Beschaffung. Wer Werkzeuge auswählt, entscheidet damit über Abhängigkeiten, meist bevor jemand das Wort Souveränität in den Mund nimmt. Souveränität entscheidet sich in der Ausschreibung nimmt sich das aus Sicht des Vergaberechts vor. Abhängigkeit ist ein Risiko, und Risiken werden bewertet liefert das Verfahren dazu: Abhängigkeiten aufnehmen, den Vertrag auf den Ausstieg abklopfen, die Summe ausrechnen, die ein Wechsel wirklich kostet.

Der Rückweg. Wer den Dienst betreibt, entscheidet über den Rückweg vergleicht vier Betriebsmodelle. Keines ist von sich aus umkehrbar, und ob eine Entscheidung eine Tür bleibt oder eine Einbahnstraße wird, hängt an vier Schnittstellen.

Was es sonst noch gibt

Neben den Artikeln stehen dort drei Sammlungen, jede mit einem eigenen Zweck.

Die Anleitungen beschreiben Schritt für Schritt den Weg weg von den großen Plattformen: von Gmail zu einem europäischen Mailanbieter umziehen, einen Passwortmanager einrichten, die eigenen Daten anfordern oder löschen lassen, der Werbenutzung widersprechen. Die Idee dazu stammt vom Digital Independence Day, der seit Januar 2026 jeden ersten Sonntag im Monat zum Wechseln aufruft und Wechselrezepte dafür bereitstellt. Auf Souvranus stehen sie dauerhaft und mit dem Blick auf europäische Anbieter.

Das Glossar erklärt die Fachbegriffe. Anbieterbindung, Datenportabilität, Metadaten, Netzwerkeffekt: Wer beim Thema mitreden will, stolpert darüber, und erklärt werden sie meist so, dass man sie vorher schon kennen muss. Im Glossar stehen sie in normaler Sprache, ausdrücklich für Leute ohne IT-Hintergrund.

Die Normen nehmen sich die Gesetze vor, einen Paragraphen nach dem anderen. Jeder Eintrag sagt zwei Dinge: was dort tatsächlich steht und was es für dich bedeutet. Bei den Aufbewahrungsfristen aus § 147 AO etwa klingt der erste Teil nach reiner Buchhaltung. Der zweite Teil erklärt, warum zehn Jahre Aufbewahrungspflicht beim Anbieterwechsel die harte Grenze sind: Die Unterlagen müssen so lange lesbar bleiben, auch wenn es den Dienst bis dahin nicht mehr gibt.

Deutsch, Englisch, Französisch

Souvranus läuft in drei Sprachen. Das ist der Punkt, an dem sich entscheidet, ob die Seite ihren Zweck erfüllt.

Digitale Souveränität ist keine deutsche Debatte. Die Regeln kommen aus Brüssel, die Anbieter sitzen über den Kontinent verteilt, und die Frage, wer eigentlich den Dienst betreibt, den man jeden Tag benutzt, stellt sich in Lyon genauso wie in Leipzig. Wer darüber nur auf Deutsch schreibt, erreicht einen kleinen Teil der Leute, die es angeht.

Die drei Fassungen sind dabei keine Übersetzungen voneinander. Ein Thema wird in der Regel in allen drei Sprachen bearbeitet, der Inhalt unterscheidet sich aber, wo Rechtslage, zuständige Behörden oder verfügbare Anbieter im jeweiligen Land andere sind. Und manches steht nur in einer Sprache, weil es nur dort jemanden betrifft.

Wir wollen dem Thema eine Anlaufstelle geben. Eine Adresse, die man jemandem schicken kann, der eine Frage hat, ohne vorher zu prüfen, ob die Person Deutsch kann. Für den DACH-Raum hätte eine Sprache gereicht. Für Europa nicht.

Dieselben Grundsätze

Souvranus hält es wie KIberblick: keine Tracking-, Marketing- oder Analyse-Cookies und deshalb kein Cookie-Banner, Reichweitenmessung cookielos über Cloudflare Web Analytics, keine eingebetteten Inhalte Dritter.

Und dasselbe bei Empfehlungen: Es gibt dort keine Werbung und keine Provisionslinks. Sollte sich das je ändern, wäre jede solche Stelle einzeln als solche gekennzeichnet. Was empfohlen wird, wird aus fachlichen Gründen empfohlen, sonst gar nicht.

Wenn dir dort etwas auffällt, das nicht stimmt: Die Seite hat ein Korrekturformular, und Hinweise sind ausdrücklich erwünscht.