Claude Dashboards und Motion: Design zieht um

Claude baut Live-Dashboards aus Snowflake, BigQuery und Co. und animierte Erklärstücke. Dazu endet die eigene Design-Seite am 14.12.2026. Was zu tun ist.

Anthropic hat am 08.10.2026 zwei neue Artefakt-Typen für Claude vorgestellt: Dashboards, die sich aus den eigenen Unternehmensdaten speisen und aktuell bleiben, und Motion für kurze animierte Erklärstücke. Im selben Beitrag stecken zwei Termine, die mehr Leute betreffen als die neuen Funktionen: Die eigenständige Seite claude.ai/design wird am 14.12.2026 abgeschaltet, und in Enterprise-Organisationen gehen Docs, Slides und Design am 15.10.2026 standardmäßig an.

Dashboards beantworten Fragen an die Firmendaten

Claude Dashboards verbindet sich mit einer Datenplattform, Anthropic nennt Amazon Redshift, BigQuery, ClickHouse, Databricks und Snowflake, oder mit anderen Connectoren wie Salesforce. Man stellt eine Frage in normaler Sprache, Claude holt die Daten, baut das Dashboard und hält es aktuell, wenn sich die Daten ändern.

Zwei Details machen das brauchbarer als ein hübsches Diagramm im Chat:

  • Jede Zahl zeigt ihre Abfrage. Ein Klick auf einen Wert öffnet die Query dahinter. Wer SQL lesen kann, sieht sofort, ob Claude die richtige Tabelle und den richtigen Zeitraum erwischt hat.
  • Jedes Diagramm zeigt, wann seine Daten zuletzt aktualisiert wurden.

Anthropic positioniert das ausdrücklich für schnelle, explorative Fragen, etwa wie sich die Anmeldungen dieser Woche zum Vormonat verhalten, und nicht als Ersatz für das BI-Werkzeug. Für tiefere Analysen lässt sich ein Dashboard an Amplitude, Grafana, Hex, Mixpanel, Omni, PostHog oder Sigma weiterreichen, Looker und Tableau sollen folgen.

Dashboards sind als Beta "on paid plans" verfügbar.

Motion animiert per Code, ohne Videomodell

Claude Motion baut aus einem Prompt eine Animation, die wie ein kurzes Video abläuft: ein Quartalsbericht als 30-Sekunden-Erklärstück, ein animiertes Diagramm für ein Deck, eine Produkttour fürs Onboarding. Das Ergebnis lässt sich im Editor anpassen und als MP4 herunterladen.

Der Unterschied zu Videogeneratoren: Claude schreibt Code, der Text, Diagramme, Formen und Bilder animiert. Laut Anthropic ist kein Videomodell beteiligt, es gibt also kein generiertes Filmmaterial und keine KI-erzeugten Personen. Jedes Wort, jede Zahl und jedes Timing bleibt änderbar. Motion ist als Beta nur in Team und Enterprise verfügbar.

Docs, Slides und Design verlassen die Beta

Die drei Formate sind jetzt in allen Plänen verfügbar, auch im kostenlosen. Neu dazu:

  • Team und Claude können gemeinsam an einem Dokument, Deck, Design oder Dashboard arbeiten.
  • PowerPoint- und PDF-Exporte behalten laut Anthropic das Layout aus dem Editor, Decks lassen sich als bearbeitbare Dateien in Google Slides öffnen.
  • Bearbeiten geht auch in der Mobil-App.
  • Artefakte unterstützen kundenverwaltete Schlüssel (CMEK), und Admins legen fest, welche Vorlagen die Organisation nutzt.

Zwei Termine für Admins und Design-Nutzer

15.10.2026: In Enterprise-Organisationen werden Docs, Slides und Design standardmäßig eingeschaltet. Dashboards und Motion bleiben aus, bis ein Admin sie unter Organisationseinstellungen > Artifacts aktiviert. Wer das Einschalten nicht dem Zufall überlassen will, schaut vor dem 15.10. in die Einstellungen.

14.12.2026: Die eigenständige Design-Seite claude.ai/design schließt. Design funktioniert seit dem 16.09.2026 in jeder Claude-Unterhaltung, zwei Versionen parallel will Anthropic nicht weiter pflegen. Wer die alte Seite nutzt, seit dem Start von Claude Design im April, sollte drei Dinge wissen:

  • Design-Systeme lassen sich schon jetzt migrieren, über "Migrate team design systems" auf der Artifacts-Seite. Eine Migration nimmt alle Design-Systeme der Organisation mit, die Originale bleiben bis zur Schließung unverändert.
  • Projekte laufen in der alten Version weiter, bis sie schließt.
  • Chats und Kommentare gehen verloren. Sie bleiben in der alten Version und sind nach der Schließung nicht mehr verfügbar. Öffentliche Links auf Projekte der alten Seite funktionieren dann ebenfalls nicht mehr. Wer solche Links in Präsentationen oder Tickets stehen hat, muss sie ersetzen.

Die Schritte stehen im Migrationsleitfaden.

Bevor ihr das Data Warehouse anschließt

Ein Dashboard-Connector gibt Claude Lesezugriff auf das, was im Warehouse liegt, und das sind in den meisten Firmen Kunden- und Mitarbeiterdaten. Drei Punkte dazu:

  1. Der Plan entscheidet über die Rechtsgrundlage. Den Auftragsverarbeitungsvertrag gibt es bei Anthropic für Team, Enterprise und die API, nicht für Pro und Max. Was das bedeutet, haben wir bei der Cowork-Umstellung aufgeschrieben. Ein Firmen-Warehouse gehört nicht an ein privates Abo.
  2. Der Datenbank-User bestimmt, was Claude sehen kann. Legt für den Connector eine eigene Rolle mit Lesezugriff auf genau die Schemata an, die für Auswertungen gedacht sind. Kein Service-Account mit Vollzugriff.
  3. Teilen nach außen ist eine Admin-Entscheidung. Dashboards lassen sich mit Personen außerhalb der Organisation teilen, auch per Link für alle, die ihn haben, sofern der Admin das erlaubt. Bei einem Dashboard, das live aus Produktionsdaten liest, sollte diese Einstellung aus bleiben, bis klar ist, wer sie braucht.

Wo die abgefragten Daten verarbeitet und wie lange Ergebnisse gespeichert werden, steht in der Ankündigung nicht.

Quellen3