Claude Security prüft Repos jetzt im Dauerlauf

Anthropics Code-Scanner prüft jede Änderung, verfolgt Fixes und baut ein Threat Model. Vorerst nur für Enterprise, und ohne Zero Data Retention.

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Anthropic hat am 21.10.2026 eine neue Version von Claude Security vorgestellt, dem Werkzeug, das Repositories auf Schwachstellen durchsucht. Jetzt prüft Claude Security nach einem ersten Basis-Scan laufend jede Änderung am Code und entscheidet laut Anthropic nach Risiko und Umfang, wie gründlich. Seit April lief das Werkzeug als Public Beta. Nach Anthropics Angaben haben tausende Organisationen damit seither über eine Million Schwachstellen gefunden. Das ist eine Herstellerzahl, unabhängig geprüft ist sie nicht.

Was neu ist

Der wichtigste Unterschied für den Alltag: Befunde bleiben nicht als Liste liegen. Sobald ein Fix im Code auftaucht, markiert Claude Security den Befund als behoben. Kommt das Problem später zurück, öffnet es ihn wieder. Über einen Knopf "Fix" startet laut Help Center eine Claude-Code-Sitzung genau für diese Schwachstelle. Wer Claude Code nicht in der Cloud nutzt, kopiert den Prompt in die eigene Installation.

Dazu kommen ein paar Bausteine, die eher Security-Teams interessieren:

  • Threat Model aus dem Code. Teams beschreiben Deployment, Richtlinien und Kontext, Claude erstellt daraus ein Bedrohungsmodell, das sich bearbeiten lässt und künftige Scans steuert. Der Schweregrad eines Befunds richtet sich danach.
  • Angriffspfade. Zu jedem Befund gibt es eine Erklärung, wie ein Angreifer die Stelle erreichen würde, auf Wunsch als Diagramm.
  • Anbindung nach außen. Projekte und Befunde lassen sich per API verwalten, Webhooks melden neue Funde, und Claude Security steht als MCP-Connector in Claude.ai und Claude Code bereit.
  • Rollen und Triage. Admins legen fest, wer Projekte sieht, anlegt oder Befunde bearbeitet. Befunde lassen sich als Fehlalarm, akzeptiertes Risiko oder Duplikat verwerfen, mit Notiz.

Unter der Haube arbeitet laut Anthropic die ganze Modellfamilie, auch Claude Mythos. Für Mythos-Zugang ist sonst das Cyber Verification Program nötig, hier nicht.

Wer es nutzen kann und was es kostet

Die Public Beta gibt es nur im Enterprise-Plan. Nötig sind ein Premium-Seat pro Nutzer und aktivierte Usage Credits, denn abgerechnet wird nach Verbrauch. Laut Help Center fallen nur die Token-Kosten an, eine Plattformgebühr gibt es nicht. Für Claude Security lässt sich ein eigenes Ausgabenlimit setzen, die Kosten pro Projekt stehen in den Projekteinstellungen. Zum Start bekommen berechtigte Enterprise-Organisationen zwei Monate lang bis zu 25.000 Dollar Guthaben pro Monat, nutzbar bis zum 31.12.2026.

Angebunden werden Repositories über die Claude-GitHub-App, auch für GitHub Enterprise Server, oder über Adresse und Token bei GitLab, Bitbucket und anderen Git-Servern. Ein selbst gehosteter Git-Server muss dann Verbindungen von Anthropics IP-Adressen annehmen, er muss also aus dem Internet erreichbar sein.

Der Haken für Teams in der EU

Zero Data Retention unterstützt Claude Security laut Help Center nicht. Anthropic kann Daten aufbewahren, soweit das Gesetz es verlangt oder um Verstöße gegen die Nutzungsrichtlinien zu verfolgen. Bei einem Werkzeug, das den kompletten Quellcode samt Konfiguration liest und daraus ein Bedrohungsmodell der eigenen Infrastruktur baut, ist das keine Kleinigkeit. Wer im Code Kundendaten, Zugangsdaten oder Hinweise auf interne Systeme hat, sollte vor dem Einschalten mit Datenschutz und Security klären, welche Repositories hinein dürfen und was der Vertrag mit Anthropic dazu regelt.

Einordnung

Der Zeitpunkt passt. Am selben Tag wurde mit PHP2Shell eine kritische Lücke im PHP-Kern bekannt, die zwei KI-Modelle unabhängig voneinander gefunden haben. Wenn Angreifer dieselben Fähigkeiten haben, reicht ein Scan pro Quartal nicht mehr. Ein Werkzeug, das jede Änderung prüft und den Stand der Fixes mitführt, ist da der naheliegende nächste Schritt.

Ersetzen kann es das eigene Urteil trotzdem nicht. Ein Scanner, der viel findet, erzeugt auch viel Arbeit beim Prüfen, und das Problem kennen Maintainer gerade gut. Die PHP Foundation meldet über 100 ungültige oder doppelte Meldungen seit Juli. Anthropic zitiert einen Kunden, dem das Werkzeug Probleme gezeigt habe, die ein paralleler Pentest übersehen hat. Ob die Trefferquote im eigenen Code stimmt, zeigt nur ein Test mit einem Repository, dessen Schwachstellen man schon kennt. Wie sich KI-Scans insgesamt auf die Sicherheitsarbeit auswirken, steht in unserem Bericht zur KI-Bugjagd.

Quellen2