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Claude Code Mods: zehn Beispiele im Check

Ein YouTube-Video stellt zehn Mods für Claude Code vor. Wir haben nachgesehen, was sie tun, was sie auf dem Rechner dürfen und welche sich lohnen.

Seit dem 01.10.2026 lässt sich Claude Code mit Mods umbauen. Zehn Tage später zählt ein Community-Katalog über 3.000 davon. Wer soll da durchsteigen?

Julian Ivanov hat es für seinen YouTube-Kanal versucht und zehn Mods vorgestellt, die er im Alltag für nützlich hält. Das Video ist eine gute Übersicht und zeigt jeden Mod in Aktion. Wir nehmen seine Auswahl als Beispiele und ergänzen, was im Video fehlt: was diese Mods auf eurem Rechner tun, was sie kosten und worauf ihr vor dem Installieren achten solltet. Dafür haben wir die Quelltexte auf GitHub gelesen.

Was ein Mod ist

Ein Mod ist ein Plugin, dessen Code im Prozess von Claude Code läuft. Er kann deshalb etwas, das Skills, MCP-Server und die bisherigen Hooks nicht können: eigene Anzeigen und Bedienelemente in die Oberfläche einbauen, etwa eine Seitenleiste oder Knöpfe über dem Prompt. Die Doku grenzt die vier so ab:

ModSettings-HookSkillMCP-Server
Was es istFunktionen, die in Claude Code laufenSkript, das bei einem Ereignis startetAnleitung, die Claude liestExterner Dienst, der Claude Werkzeuge gibt
Eigene Anzeigen und Knöpfe in der OberflächeJaNeinNeinNein
Passt, wennihr eine Seitenleiste, eine Zeile über dem Prompt oder einen eigenen Befehl wolltihr ein Ereignis blockieren oder protokollieren wolltihr dieselbe Anweisung immer wieder eintipptClaude ein fremdes System erreichen soll

Zu sehen sind diese Anzeigen im Terminal und im Code-Tab der Desktop-App. In der VS-Code-Erweiterung laufen die Funktionen eines Mods zwar mit, zu sehen ist dort aber nichts.

Die Kehrseite steht in derselben Doku: Ein Mod läuft mit euren Rechten und ohne Sandbox. Was das für Berechtigungen und für Teams bedeutet, haben wir zum Start in Claude Code Mods: mächtig, aber ohne Sandbox aufgeschrieben. Hier geht es um die Praxis.

Die zehn Mods und was sie auf dem Rechner tun

Das Video teilt die Mods in drei Gruppen. Die rechte Spalte der Tabellen ist unser Beitrag: Sie nennt, was der Quelltext am 11.10.2026 an Zugriffen zeigte. Ausgeführt haben wir die Mods nicht.

Sehen, was Claude gerade macht

ModWas er zeigtWas er dafür tut
Savvy ProgressFortschrittsbalken über dem Prompt und eine Übersicht der Subagenten mit Modell, Tokens und geschätzten KostenBeobachtet Tool-Aufrufe und Agentenstarts und gibt Claude zwei zusätzliche Tools, über die Agenten ihren Fortschritt melden. Liest für die Sprachwahl die Einstellungen von Claude Code. Keine Prozesse, keine Aufrufe der Dateifunktionen
Next StepsZwei oder drei Vorschläge für den nächsten Prompt, per Zifferntaste übernehmbarSchickt nach jeder Antwort die letzten sechs Nachrichten in gekürzter Form an Haiku
FiletreeDateibaum in der Seitenleiste, Dateien leuchten auf, wenn Claude sie anfasstStartet laufend Programme (find, du, git, nur lesend), legt Markerdateien im Temp-Ordner an und liest Dateien für die Vorschau

Savvy Progress ist für einen Skill desselben Autors gebaut. Der Balken erscheint laut README erst, wenn ein Agent Fortschritt meldet. Bei Filetree stimmt die Farblegende aus dem Video nicht ganz: Lila steht für Lesen und Suchen, Orange für Schreiben, Grün für einen Commit, nicht für "gespeichert". Von den Community-Mods der Liste ist Filetree der am besten gepflegte, mit 88 Commits von sechs Beitragenden.

Kontext und Cache im Blick

ModWas er zeigtWas er dafür tut
Cache-MeterZeile mit Cache-Restzeit, Trefferquote und Füllstand des KontextsEigenbau des Videoautors, kein Repository. Den Prompt zum Nachbauen gibt es nur gegen Angabe einer E-Mail-Adresse, die Anmeldung schließt einen Newsletter ein. Nicht geprüft
Cache TaxHält die erste Nachricht nach abgelaufenem Cache einmal an und zeigt, was sie kosten würde. /keepwarm hält den Cache über eine Pause warmLiest die Token-Zähler der Sitzung und schickt im Keepwarm-Fenster nach 50 Minuten Leerlauf eine Anfrage an das Modell. Nach einer kalten Nachricht schaltet sich Keepwarm für mindestens drei Stunden von selbst ein
Visible CompactStellt nach /compact den Verlauf vorher und die Zusammenfassung nachher nebeneinanderSchreibt jede Kompaktierung als JSON auf die Platte, standardmäßig in den Temp-Ordner

Der Autor von Cache Tax pflegt auch den Katalog vom Anfang. Zum Cache selbst steht weiter unten mehr, weil das Video an dieser Stelle vereinfacht.

Sicherheitsnetz

ModWas er zeigtWas er dafür tut
You Should KnowHinweis über dem Prompt, wenn in einer langen Antwort etwas Wichtiges untergehtIn Claude Code eingebaut und standardmäßig aus, deshalb kein Repository. Der Link führt zur Liste der eingebauten Mods in der Doku. Danach läuft ein Nebenagent mit
Catch Me UpSeitenleiste mit laufender Zusammenfassung der SitzungRuft nach jedem Zug mit Tool-Nutzung git status, git diff --stat und git log auf und schickt das mit den neuen Nachrichten an Haiku
Replay Theater/replay geht die Dateiänderungen des letzten Zugs einzeln durchZeichnet die Edit-Aufrufe auf und liest die betroffenen Dateien
Blast RadiusHält riskante Befehle wie rm -rf oder git reset --hard an und zeigt, was betroffen wäreStartet git- und Shell-Befehle, um die betroffenen Dateien aufzulisten. Bei Datenbank-Migrationen ruft er das Statuskommando eures Projekts auf

Replay Theater und Blast Radius sind Beispiel-Mods von Anthropic. Sie liegen in einem eigenen Repository, das sich selbst als Spielwiese beschreibt: kein offizielles Produkt, ohne Support und ohne Anspruch, bewährte Praxis zu sein. You Should Know schaltet ihr mit /plugin enable cc-plugin-you-should-know@builtin ein, sofern der Mod für eure Organisation verfügbar ist.

Was das Video beim Cache vereinfacht

Die Erklärung im Video stimmt im Kern: Claude Code schickt mit jeder Nachricht das ganze Gespräch mit, und was unverändert ist, kommt günstig aus dem Cache. Drei Details aus der Cache-Doku fehlen.

Die Stunde gilt nicht überall. Eine Stunde hält nur der Cache der Hauptunterhaltung, und nur im Abo innerhalb des enthaltenen Kontingents. Subagenten bekommen fünf Minuten. Wer per API-Key arbeitet, über einen Cloud-Anbieter oder nach aufgebrauchtem Kontingent auf Guthaben, bekommt ebenfalls fünf Minuten, solange er promptCacheTtl nicht selbst auf 1h setzt. Cache Tax braucht den Ein-Stunden-Cache, sonst kommt der Ping nach 50 Minuten zu spät.

Die Anzeige gibt es schon. /usage zeigt seit Version 2.1.251 eine Zeile "Prompt cache (main)" mit Trefferquote und der Angabe, ob der Cache gerade warm ist. Für den Füllstand des Kontexts gibt es /context. Einen Mod braucht ihr dafür nur, wenn ihr die Werte dauerhaft im Blick haben wollt.

Die Dollar sind kein Rechnungsbetrag. Das Video zeigt, wie Cache Tax 242.000 Tokens als Gegenwert von 5 Dollar meldet. Laut README sind das Kosten zu API-Preisen, keine Zusatzkosten im Abo. Im Abo zählt die Nutzung gegen euer Kontingent. Wie stark, ist laut README nirgends dokumentiert. Dass Lesen aus dem Cache nur einen Bruchteil kostet, stimmt: nach der Preistabelle ein Zehntel des Eingabepreises, bei den neuesten Modellen noch weniger.

Der Tipp, bei vollem Kontext zu kompaktieren oder neu zu starten, bleibt richtig. Am günstigsten ist /compact an einer natürlichen Pause und bei warmem Cache. Nach einer langen Unterbrechung ist es am teuersten, weil dann der ganze Verlauf noch einmal verarbeitet wird.

Was die Mods kosten und was sie speichern

Drei Dinge kommen im Video nur am Rand oder gar nicht vor.

  • Modellaufrufe. Next Steps und Catch Me Up rufen nach jedem Zug Haiku auf, You Should Know lässt einen Nebenagenten mitlaufen, Cache Tax pingt im Keepwarm-Fenster das Hauptmodell an. Bei Next Steps ist das wenig, höchstens 200 Tokens Antwort. Catch Me Up schickt deutlich mehr Text mit, der Ping von Cache Tax liest den ganzen Kontext aus dem Cache, und was der Nebenagent von You Should Know verbraucht, konnten wir nicht prüfen. Alles läuft auf euer Kontingent oder euren API-Key. Wer Mods installiert, um Tokens zu sparen, sollte das gegenrechnen.
  • Kopien eurer Gespräche. Visible Compact legt den vollständigen Verlauf vor jeder Kompaktierung als Datei ab. Im Temp-Ordner räumt das Betriebssystem irgendwann auf, in der Einstellung home bleiben die Dateien liegen, laut README mit 4 bis 5 MB für eine große Kompaktierung. Catch Me Up speichert Zusammenfassungen von bis zu 100 Sitzungen. Wenn in euren Sitzungen Kundendaten oder Zugangsdaten vorkommen, liegen sie danach an einer Stelle mehr.
  • Prozesse. Filetree, Catch Me Up und Blast Radius starten Programme. Bei Filetree und Catch Me Up sind es nach dem Quelltext lesende Abfragen. Blast Radius geht einen Schritt weiter: Will Claude eine Datenbank-Migration starten, ruft der Mod vorher das Statuskommando eures Projekts auf, etwa python3 manage.py showmigrations. Das lädt laut README euren Projektcode, bevor ihr auf Proceed oder Cancel geklickt habt, und solche Werkzeuge verbinden sich in der Regel mit der Datenbank. Prozesse zu starten ist außerdem genau die Fähigkeit, die ein bösartiger Mod bräuchte.

Einen Netzwerkaufruf über die Mods-Schnittstelle haben wir in keinem der acht geprüften Mods gefunden. Das ist eine Textsuche im Stand vom 11.10.2026 und keine Garantie. Ein Programm, das ein Mod startet, kann außerdem selbst ins Netz. Und mit jedem Update kommt neuer Code.

Vor dem Installieren

Im Video heißt es, zum Installieren genüge es, Claude den Wunsch in den Chat zu schreiben. Das funktioniert, und genau deshalb lohnt ein Zwischenschritt. Claude lädt dann fremden Code, der mit euren Rechten läuft, eure Prompts mitliest und Tool-Aufrufe freigeben kann.

claude plugin validate ./ordner-des-mods listet, auf welche Ereignisse ein Mod reagiert und was er von Claude Code verlangt, ohne ihn auszuführen. Achtet auf $.process.run, $.http.fetch, $.fs.write, $.env.get, $.settings.read, $.prompt.submit und auf den Hook tool.check. Keiner dieser Einträge ist für sich ein Alarmzeichen, Blast Radius etwa muss Prozesse starten. Er sollte nur zu dem passen, was der Mod verspricht. Cache Tax macht es vor und druckt die eigene Validate-Ausgabe samt Erklärung ins README.

Zwei der zehn Mods aus dem Video stammen aus Repositories mit einem einzigen Stern, wenigen Commits und einem Autor, wenige Tage alt. Das sagt nichts gegen den Code. Es heißt aber, dass außer dem Autor vermutlich noch niemand hineingesehen hat. Beide bestehen aus ein oder zwei Dateien mit zusammen ein paar hundert Zeilen. Die könnt ihr selbst lesen oder euch von Claude erklären lassen, bevor ihr sie ladet.

Wer in einer Organisation arbeitet, klärt vorher, ob Mods überhaupt erlaubt sind. Admins können das Laden auf freigegebene Mods beschränken.

Selbst bauen ist oft der kürzere Weg

Am meisten bringen Mods dort, wo ihr euch die fehlende Anzeige beschreibt und Claude sie baut. Ein eigener Mod hat einen Vorteil, den kein fremder hat: Ihr wisst, was drinsteht, oder könnt es euch in derselben Sitzung erklären lassen.

PromptClaude Code · Eigenen Mod bauen

Bau mir einen Mod für Claude Code, der in einer Zeile über dem Prompt zeigt, wie voll das Kontextfenster ist und ob der Prompt-Cache der Hauptunterhaltung voraussichtlich noch warm ist (aus der Zeit seit der letzten Anfrage geschätzt).

Bedingungen: keine Netzwerkzugriffe, keine Prozesse, keine Schreibzugriffe auf Dateien, keine Modellaufrufe. Lies nur die Nutzungswerte, die Claude Code ohnehin hat.

Wenn du fertig bist: Führe claude plugin validate auf dem Ordner aus, zeig mir die Zeilen hooks: und calls: und erkläre jede in einem Satz.

Als Vorlage taugen die Beispiel-Mods von Anthropic. Neben den beiden aus dem Video liegt dort token-weather, der eine Vorhersage für das Kontextfenster über dem Prompt einblendet, also einen der drei Werte, die der Cache-Meter aus dem Video zeigt.

Welche lohnen sich?

Das hängt an eurer Arbeitsweise, da hat das Video recht. Unsere Reihenfolge nach Nutzen und Vertrauensaufwand:

  1. Replay Theater und Blast Radius. Beide stammen aus Anthropics Beispielsammlung und sind kurz genug, um sie selbst zu lesen. Blast Radius ist laut README ein Sicherheitsnetz und kein Berechtigungssystem: Umwege wie find -delete, xargs rm oder bash -c erkennt er nicht. Für harte Sperren bleiben die Berechtigungsregeln zuständig.
  2. Cache Tax, wenn ihr im Abo lange Sitzungen fahrt und oft nach Pausen zurückkommt. Gut dokumentiert, mit klar benannten Kosten. Probiert vorher, ob euch /usage nicht reicht.
  3. Filetree, wenn ihr sehen wollt, wo Claude arbeitet. Der Mod startet viele Prozesse, hat aber die meisten Augen auf dem Code.
  4. You Should Know zum Ausprobieren. Der Mod ist eingebaut, ihr müsst also keinem Dritten vertrauen. Was er an Kontingent verbraucht, wissen wir nicht.
  5. Der Rest ist Geschmackssache. Next Steps und Catch Me Up kosten bei jedem Zug einen Modellaufruf. Visible Compact ist nützlich, um Kompaktierungen zu verstehen, und danach entbehrlich.

Zehn Mods auf einmal zu installieren ist jedenfalls keine gute Idee. Jeder zusätzliche Mod ist Code, dem ihr bei jedem Update wieder vertrauen müsst.

Quellen13