Welches Framework der Agent am günstigsten baut

Nolan Lawson ließ Claude dieselbe App in zwölf JavaScript-Frameworks bauen. Hono, Astro und Nuxt waren am günstigsten, Angular kostete fast das Doppelte.

5 Min. Lesezeit

Bei der Frage, welches Framework man nimmt, ging es bisher um Team-Wissen, Ökosystem und Performance. Nolan Lawson, Webentwickler mit Stationen bei Microsoft und Salesforce, hat einen weiteren Faktor gemessen: Was kostet es, wenn ein KI-Agent die App baut? Er ließ Claude Opus 5.5 in Claude Code dieselbe kleine App in zwölf Setups bauen und hat die Ergebnisse am 28.10.2026 veröffentlicht.

Der Versuchsaufbau

Gebaut wurde eine Pokémon-Suche mit Daten aus der PokéAPI: filtern nach Typen, Attacken und Spielen. Klein, aber kein Hallo-Welt. Jeder Agent lief in einer Sandbox, Tailwind und Komponentenbibliotheken waren verboten, die offiziellen MCP-Server oder Skills der Frameworks standen zur Verfügung. Ob die App server- oder clientseitig rendert, durfte der Agent selbst entscheiden. Eine Testsuite prüfte über den Accessibility Tree, ob die fertige App die Anforderungen erfüllt. Pro Framework gab es fünf Läufe, gewertet wurde der Median.

Als Kosten zählen die API-Preise, die Claude Code anzeigt. Bezahlt hat Lawson sie so nicht, er nutzte ein Max-Abo.

Die Ergebnisse

FrameworkKostenZeitTokens
Hono + htmx2,67 $8,6 min4,3 Mio.
Astro2,76 $8,2 min4,1 Mio.
Nuxt2,82 $9,0 min3,9 Mio.
Vanilla (Vite)2,98 $10,1 min5,0 Mio.
Next.js3,14 $10,9 min5,0 Mio.
Qwik3,27 $10,7 min5,6 Mio.
TanStack Start3,54 $10,3 min7,1 Mio.
SolidStart3,79 $11,2 min7,1 Mio.
React Router3,81 $12,5 min7,6 Mio.
SvelteKit4,28 $10,8 min8,5 Mio.
Gracile + Lit4,65 $12,1 min9,0 Mio.
Angular4,97 $17,2 min9,8 Mio.

Median aus fünf Läufen, bei Angular teils aus drei. Quelle: Nolan Lawson.

Die Spannen sind groß. Ein Nuxt-Lauf kostete zwischen 2,39 und 4,25 Dollar und dauerte zwischen 8 und knapp 18 Minuten. Die Reihenfolge in der Mitte der Tabelle ist deshalb nicht belastbar, die Enden schon eher: Hono, Astro und Nuxt lagen vorn, SvelteKit, Lit und Angular hinten. Angular brauchte auch am meisten Code, rund 2.000 Zeilen gegenüber knapp 1.400 bei Hono und Nuxt.

Bei der Qualität lagen alle eng beieinander. Alle Apps erreichten in Lighthouse 100 Punkte bei Barrierefreiheit und mindestens 97 bei Performance. Die Unterschiede lagen in der Menge an ausgeliefertem JavaScript: Astro kam ohne aus, Next.js lieferte 142 KiB.

Was dabei auffällt

Interessanter als die Rangliste ist eine Nebenbeobachtung: Die Agenten nutzten die mitgelieferte Hilfe kaum. Den Nuxt-MCP-Server rief keiner der Agenten auch nur ein einziges Mal auf. Die Next.js-Skill-Datei las der Agent in einem von fünf Läufen. Wer darauf setzt, dass ein Framework-MCP den Agenten automatisch besser macht, sollte das im eigenen Setup prüfen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam Dan Luu bei Test-Anweisungen, nachzulesen in Was Agenten beim Testen wirklich tun.

Lawson nennt die Grenzen selbst: eine einzige, eher inhaltslastige App, nur die Startseite gemessen, nur Chromium. Lighthouse bevorzugt Seiten, die vom Server kommen, Single-Page-Apps haben es dort strukturell schwerer. Den Benchmark hat er zu großen Teilen selbst von einem Agenten bauen lassen und dann geprüft. Code und Rohdaten liegen auf GitHub, Framework-Teams können Verbesserungen einreichen.

Einordnung

Lawsons Kernaussage ist weniger "nehmt Hono" als "messt, statt zu raten". Das passt zu einer Zeit, in der ein wachsender Teil des Codes von Agenten kommt und deren Kosten in der Teamrechnung auftauchen. Ein Framework, mit dem der Agent weniger Tokens verbraucht, ist ein Argument unter mehreren, aber eines, das sich jetzt beziffern lässt. Wo im Team sonst die größten Kostenhebel liegen, steht in KI-Kosten im Team senken: sechs Hebel.

Für uns ist das Ergebnis zumindest beruhigend: KIberblick läuft auf Nuxt.

Quellen2